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Schulprofil & Meilensteine

"Die GemS Bellevue ist eine 4-zügige Gemeinschaftsschule in Ganztagsform in Saarbrücken. Sie hat eine eigene Oberstufe und bietet deshalb alle gängigen Schulabschlüsse, vom Hauptschulabschluss bis zur Allgemeinen Hochschulreife, an. Die Schule startete im Jahr 1985 als Gesamtschule und arbeitet seither nach dem TKM Modell (Team-Kleingruppen-Modell). Die Kolleg/innen arbeiten in 6 multiprofessionellen Jahrgangsteams, ergänzt durch ein Oberstufenteam. Die Klassen sind wiederum in heterogene Kleingruppen unterteilt, die in Tischgruppen zusammen arbeiten. Jeweils zwei Tutor/innen sind für eine Klasse verantwortlich und betreuen diese in der Regel von der Klassenstufe 5 bis zum Verlassen der Schule. Die Schulgemeinschaft (Schüler und Lehrer) profitiert weiterhin sehr von der Arbeit der Schulsozialarbeit. Hier teilen sich drei Schulsozialarbeiter/innen zwei Vollzeitstellen. Schüler/innen wählen bei der Neuanmeldung zwischen zwei Fremdsprachen, Englisch und Französisch. In Klassenstufe 7 können beide Fächer als 2. Fremdsprache gewählt werden, in Klasse 11 besteht die Gelegenheit, Spanisch als 2. oder 3. Fremdsprache zu wählen. Die Schule wird von ca. 600 Schüler/innen besucht. Schulträger ist der Regionalverband Saarbrücken. Die Schule ist seit 2010 eine „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ und wurde im Jahr 2014 als erste saarländische Gemeinschaftsschule eine „Fair-Trade-Schule“. Im Rahmen des IT-Gipfels 2016 in Saarbrücken wurde die GemS Bellevue vom BITKOM als bundesweit erste „Smart School“ für ihre Konzepte im Bereich digitale Bildung ausgezeichnet und von SAP als Associate Member of University Alliances aufgenommen. Ebenfalls seit 2016 kooperieren wir mit der Wissenswerkstatt Saarbrücken."[1]

 

Geschichte & Handlungsfelder

"Die Gemeinschaftsschule Bellevue ist von Klassenstufe 5-10 eine Gebundene Ganztagsschule, das heißt, alle Schüler/innen dieser Jahrgangsstufen nehmen verpflichtend am Ganztagsunterricht teil. Von Montag bis Donnerstag endet der Unterricht um 16:00 Uhr, freitags um 13:05 Uhr. Ziel unserer Rhythmisierung ist eine ausgewogene Verteilung des Unterrichts auf den Vormittag und den Nachmittag, Phasen der Anspannung und Entspannung sollen sich abwechseln. Die Gesamtschule Bellevue ist bereits seit ihrer Gründung 1985 ein gutes Beispiel dafür, wie Heterogenität und Vielfalt der Schüler/innen als positive Faktoren bei der Entwicklung der Schule genutzt werden. Alle werden so akzeptiert, wie sie sind, und die Schule entwickelt im Rahmen ihrer Möglichkeiten die jeweils besten Konzepte, um den unterschiedlichen Ausgangslagen gerecht zu werden. Von Anfang an war die Integration von Schüler/innen mit sonderpädagogischen Förderbedarfen (Lernen, Emotionale und Soziale Entwicklung, Körperliche und Motorische Entwicklung, Sprache, Geistige Entwicklung, Autismus, Hören, Sehen) an unserer Schule der selbstverständliche Normalfall. Heute ist jedem Jahrgangsteam eine Förderschullehrerin zugeordnet, die das jeweilige Jahrgangsteam berät und die Kinder sowohl individuell, als auch im Klassenverband betreut. Es steht für uns heute auch außer Frage, dass Kinder, die aus ihrer Heimat fliehen mussten oder aus anderen Gründen auswanderten, einen Platz in unserer Schulgemeinschaft finden und bei uns bestmöglich gefördert werden. Das ist eine große Herausforderung, da diese Kinder mit unterschiedlichsten Voraussetzungen zu uns kommen. Ausreichende Sprachkenntnisse stellen die Grundlage für eine erfolgreiche Integration dar. Für die spezielle Sprachförderung zeichnen drei DaZ-Lehrerinnen verantwortlich, die in engem Austausch mit den Fachlehrer/innen stehen, Darüber hinaus ist unserer Meinung nach das gemeinsame Lernen mit Muttersprachlern ist die beste Methode, mit der eine schnelle Integration erreicht werden kann. Die durch den Ganztag bedingten zusätzlichen 8 Unterrichtsstunden werden zum einen genutzt, um durch Üben und Vertiefen die im Unterricht erworbenen neuen Erkenntnisse zu festigen. Dies erfolgt in vier GT-Stunden, in denen die Schüler/innen nach individuellen Wochenplänen arbeiten. Durch den Einsatz digitaler Medien wird hier verstärkt ein mehr selbstgesteuertes und eigenverantwortliches Lernen ermöglicht. Wir legen aber auch Wert darauf, dass Schule nicht nur fachbezogenes Lernen beinhaltet. Deshalb bieten wir ihnen im Rahmen der Arbeitsgemeinschaften (2h/Woche) ein vielfältiges Angebot in den Bereichen Sport, Kultur, Technik und Kreativität. Auch in den ProM-Stunden (Projekte und Methoden, 2h/Woche) erfahren unsere Schüler/innen, dass in der Schule nicht nur von außen vorgegebene Themen abgearbeitet werden, sondern dass sie eigene Ideen einbringen, ihre individuellen Fähigkeiten unter Beweis stellen und so ihre Selbstkompetenzen stärken können. Wir geben Ihnen dabei immer auch die Möglichkeit, ihre Lernprodukte der Schulöffentlichkeit vorzustellen, sei es an Elternabenden, beim jährlichen Kulturfest der Schule, bei Jahrgangsvorführungen oder zu anderen sich bietenden Gelegenheiten." [2]

 

Fortbildung & Qualifizierung

Für Lehrende: Die Kolleginnen und Kollegen können an Weiterbildungen der Fortbildungsinstitute LPM (Landesinstitut für Pädagogik und Medien) und ILF (Institut für Lehrerfort- und -weiterbildung) teilnehmen und werden zusätzlich in hausinternen Mikrofortbildungen sowie über Peer-Tutoring und im Rahmen von Weiterbildungen durch externe Partner geschult und in die Lage versetzt, ihre Handlungsfelder und Tätigkeiten zu reflektieren und neu zu gestalten.

Für Lernende: Lernen im und außerhalb des Unterrichts mit dem Ziel eines selbstorganisierten und selbstgesteuerten Kompetenzerwerbs. Für Projekte und Förderung, stehen neben den AGs und ProM-Stunden auch Ganztagsstunden zur Verfügung.

 

Steuerung & Teamstrukturen

"Zu jedem Team der Klassenstufen 5-9 gehören pro Klasse zwei Tutor/innen, wobei die Teams möglichst viel Unterricht teamintern planen und organisieren. Ihnen ist jeweils eine DaZ-Lehrerin, eine Förderschullehrerin, ein/e Schulsozialarbeiter/in sowie eine Schulstrukturhelfer/in zugewiesen. Auch das sonstige pädagogische Personal wird möglichst teamweise eingesetzt. Die Teams haben jeweils einen eigenen Teamraum. Jede/r Lehrer/in hat dort ihren/seinen eigenen Arbeitsplatz, es gibt zusätzlich einen Konferenztisch, Internetanschluss (W-LAN) sowie zwei Rechnerplätze. Ziel der Teamstruktur ist die Bündelung von jahrgangsspezifischen Aufgaben und Fördermaßnahmen. Zur organisatorischen Absprache finden regelmäßige Teamsitzungen sowie Treffen der Schulleitung mit den Teamsprechern statt. Die Schule ist sehr an einem demokratischen Ansatz von Schulentwicklung interessiert und versucht sowohl die Kollegen und Kolleginnen, als auch die Interessen der Schülerinnen und Schüler in diesem dynamischen Prozess der Schulentwicklung zu berücksichtigen. Entsprechend dieser Organisationsstruktur existiert eine separate Steuerungsgruppe für den Bereich IT, in der jeweils ein Mitglied jedes Teams sowie die Projektleitung und die Schulleitung vertreten sind. Aufgabe der Steuerungsgruppe und des Leitungsteams ist es, Impulse gemeinsam mit bereits bestehenden Systemen und Konzepten der Schule in Einklang zu bringen und auf die gesamte Schulkultur abzubilden. Gerade im Kontext unserer Schule spielen z. B. die Inklusion, die Ganztagsstruktur, die Berufsorientierung als auch der Spracherwerb (DaF/DaZ) eine besondere Rolle, die auch in der konzeptionellen Arbeit im Bereich der Digitalisierung gewinnbringend mitgedacht werden muss." [3]

 

Technik

Breitband: Zwei vektorisierte 50 MBit Leitungen sowie bis zu 400 Mbit/s (down) über eine zusätzliche Kabelleitung

Hardware: Ca. 40 Laptops, 100 PCs und 120 Tablets / Interaktive Boards / Ein VR-Kit für den Bereich der Naturwissenschaft / 10 OpenRoberta-Kits

BYOD: Für die Kolleginnen und Kollegen realisiert

Software: Pädagogische Serverlösung von AIX Concept (MNSPro) / Schulcloud (HPI) / Lernplattform Lernwelt Saar

Support: Informations- und Medienzentrum Regionalverband Saarbrücken

 

Materialien

Über die Lernplattform stehen den Kolleginnen und Kollegen Lernressourcen der eigenen Schule sowie der Partnerschulen im Lernwelt-Netzwerk zur Verfügung. Weiterhin arbeitet die Schule beständig an der Etablierung einer schulinternen OER-Datenbank für die verschiedenen Schwerpunkte des Schulprofils.

 

Netzwerke & Kooperationen

  • Smart School
  • Associate Member of University Alliances (SAP)
  • Microsoft IT-Academy
  • Code-Your-Life Schule
  • Fair-Trade-Schule
  • Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage
  • Wissenswerkstatt
  • Berufsberatung (Arbeitsagentur des Saarlandes)
  • Anschluss Direkt (saarland.innovation & standort e.V.)
  • Berufseinstiegsbegleitung (Schulungszentrum Bösen)
  • Rotary-Club
  • Handwerkskammer des Saarlandes: Berufsorientierung Praxis: Vierzehn Projekttage
  • Arbeitskammer des Saarland
  • Diakonisches Werk – Berufliche Sonderförderung
  • ZF Friedrichshafen AG
  • Ausbildung jetzt (Zentrum für Bildung und Beruf Saar gGmbH in Burbach)
  • Caritas Kontaktzentrum Folsterhöhe

 

Erfolgsfaktoren

  • demokratische Entscheidungsstrukturen, die Partizipation aller an der Schulentwicklung ermöglicht
  • funktionierende Teamstruktur
  • schülerorientierte Grundeinstellung
  • Multiprofessionalität

 

Quellen

1↑ Becker, Torsten / Scholer, Wolfgang: Medienkonzept der Schule, Saarbrücken 2017.
2↑ Becker, Torsten / Scholer, Wolfgang: Medienkonzept der Schule, Saarbrücken 2017.
3↑ Becker, Torsten / Scholer, Wolfgang: Medienkonzept der Schule, Saarbrücken 2017.