Zum Schulalltag gehören Konflikte und Streitigkeiten. Damit die Interessen und Vorstellungen nicht zu dauerhaften Auseinandersetzungen eskalieren, bietet die Mediation (lat. Vermittlung) den Schülern Raum und Zeit, um ein gegenseitiges Verständnis füreinander zu entwickeln. Die Mediation, die auf den Prinzipien der Freiwilligkeit und Verschwiegenheit basiert, ist eine hilfreiche Methode zur Streitschlichtung mit befreiender Wirkung, an der Jugendliche ihr eigenes Wachstum und Potenzial selbst erfahren.

Bei diesem strukturierten Verfahren zur Konfliktbeilegung wird dem Mediator – einer neutralen, allparteilichen Person – eine besondere Rolle zuteil, weshalb die Ausbildung zu Schülermediatoren ein wichtiger Beitrag zur positiven Entwicklung des schulischen Alltags darstellt.   

Seit nunmehr 10 Jahren werden an der Gemeinschafts- und Gesamtschule Bellevue Schülermediatoren ausgebildet. 

Die Ausbildungsphase gliedert sich in zwei Abschnitte. Zu Beginn der Ausbildung erlernen die angehenden Schülermediatoren – allesamt Schüler der 7. Jahrgangsstufe – das Handwerkszeug. Die Inhalte wurden über Impulsreferate, Brainstorming, Beobachtungsgruppen, Diskussions- und Feedbackrunden, Rollenspiele, Video-Reflecting, Arbeits- und Lerngruppen erarbeitet und geprobt. Die erste Phase wird mit einem schriftlichen Test und einer Zertifizierung beendet.

In den letzten 3 Monaten vor den Sommerferien (Übungsphase) erhalten die Schülermediatoren Gelegenheit, als Co-Mediatoren ihrer erwachsenen Mediatorenausbilder zu fungieren. Hier können die Schülermediatoren selbstständig Streitschlichtungen durchführen, wobei sie jederzeit von ihren Ausbildern aktiv unterstützt werden.

Erst nach Übertritt in die 8. Jahrgangsstufe führen die jugendlichen Streitschlichter eigenständig, d.h. in der Regel ohne die Hilfe von Erwachsenen, Mediationen durch. 

Das zentrale Mediationsmodell orientiert sich am Patenmodell, d. h. die ausgebildeten Schülermediatoren bilden Zweierteams, denen feste Klassen der Jahrgansstufen 5 und 6 zugeordnet werden. Jede 5. und 6. Klasse erhält ein festes Mediatorenteam, das sich zu Beginn des Schuljahres in der jeweiligen Klasse vorstellt und eingesetzt wird. 

Innerhalb der Ausbildungs- und Probephase werden die einzelnen Elemente der Mediation theoretisch vermittelt und praktisch eingeübt und reflektiert. Im geschützten Rahmen von Arbeitsgruppen geht es nicht um die Korrektur von Fehlern, sondern um die Stärkung des Selbstbewusstseins, die Fokussierung der Eigenwahrnehmung und natürlich Spaß.